Welche Neuigkeiten gibt es im Februar 2022?

Die Immobilienweisen legten diese Woche ihr Frühjahrsgutachten vor und bezifferten den Preisanstieg für Wohnimmobilien seit 2009 auf 146 %. 2021 haben sich demnach Eigentumswohnungen im bundesweiten Durchschnitt um 14,3 % verteuert, auf 3.140 Euro je Quadratmeter. Der seit 2003 tagende Rat der Immobilienweisen warnt ähnlich wie zuvor die Bundesbank und der EU-Risikorat (ESRB), dass Immobilien in Deutschland überbewertet sind. Von einer Blase wollten die Autorinnen und Autoren des Gutachtens dennoch nicht sprechen, schreibt die FAZ. Der ESRB mahnte strengere Vorschriften bei der Kreditvergabe an, schreibt Die Zeit. Unsere Analysen zeigen, dass die Preise zwar gestiegen sind, das genutzte Eigenkapital aber ebenfalls. 2021 lag das eingebrachte Eigenkapital durchschnittlich bei 132.000 Euro, der Beleihungsauslauf ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um einen Prozentpunkt auf 81 % gefallen.

Steigende Preise und steigende Mieten haben auch mit dem Mangel an geeignetem Wohnraum zu tun. Die Immobilienweise konstatieren, dass der Bauboom am Bedarf vorbeigeht, wie in der SZ zu lesen ist. So ist die Zahl der großen Haushalte mit drei und mehr Personen 2021 stärker gestiegen (6,6 %) als die Anzahl kleinerer Haushalte (3,1 %). Gebaut werden aber vor allem kleine Geschosswohnungen. Außerdem wächst der Bedarf an Wohnungen in vielen Regionen immer noch stärker als das Angebot. Zudem bezweifeln die vier Gutachter und eine Gutachterin, dass wegen der langen Bauzeiten die von der Bundesregierung angestrebte Zahl von 400.000 Neubauwohnungen jährlich erreicht werde – nicht nur in diesem Jahr, sondern in der gesamten Legislaturperiode.  

Die Bauzinsen steigen. Nach unseren Berechnungen liegen sie für ein Darlehen mit zehn Jahren Laufzeit bei knapp 1,5 %. Das ist ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte alleine in den vergangenen zwei Wochen. Vor einem Jahr lag der Zins noch bei 0,75 %. Als Gründe nennt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter anderem die von der Bafin geforderten höheren Kapitalrücklagen der Banken, aber auch Ankündigungen der EZB, die lockere Geldpolitik schneller zu beenden. Eine Zinserhöhung könnte noch im Herbst kommen, wird EZB-Direktorin Isabel Schnabel im Handelsblatt zitiert.

Ein Teil der KfW-Förderung kommt wieder, meldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Anträge für energieeffizientes Sanieren sollen ab kommender Woche wieder neu gestellt werden können. 9,5 Milliarden Euro wurden laut Medienbericht für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) am Mittwoch bewilligt. Die freigegebenen Mittel gelten zunächst voraussichtlich nur für die Förderung von Sanierungsarbeiten. Hierzu wird in den kommenden Tagen ein offizielles Statement der KfW erwartet.

Die Aufteilung der CO2-Heizkosten wird neu geregelt. Die Steuer von 30 Euro pro Tonne CO2 auf Heizöl und Gas wurde Anfang 2021 eingeführt und wird bislang von den Mieterinnen und Mietern bezahlt. Laut Bundesregierung sollen ab Juni 2022 auch die Vermieterinnen und Vermieter an den Abgaben beteiligt werden, berichtet tagesschau.de. Damit sollen wohl indirekt Anreize für eine energetische Sanierung von Wohnungen gesetzt werden. Noch wichtiger ist aber Klarheit bei den Fördermaßnahmen.

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