Welche Immobilien-Neuigkeiten gibt es im März 2022?

Die EZB reagiert: Die Europäische Zentralbank hat bei ihrer Sitzung am Donnerstag beschlossen, dass der Leitzins zwar bei 0 % bleibt, die Anleihekäufe sollen aber schneller gedrosselt werden. Ein Ende der Anleihekäufe im Rahmen des APP Programms im dritten Quartal wird in Aussicht gestellt, wenn sich die Inflationsaussichten nicht abschwächen. Trotz der Konjunktursorgen reagiert die EZB damit auf die Inflation und geht einen weiteren Schritt in Richtung Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Die FAZ sieht darin ein Signal, dass „einige Zeit“ danach die Leitzinsen erhöht werden könnten. Auch ich erwarte steigende Bauzinsen in 2022, vor allem aufgrund der anhaltenden Inflation. Möglich sind Rücksetzer aufgrund der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg. Aktuell liegen die Bauzinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung im Schnitt bei 1,66 %.

Heftig diskutiert wird, ob Europa den Import von Öl und Gas aus Russland stoppen soll – der Deutschlandfunk hat die wichtigsten Fragen zur Abhängigkeit von russischem Öl gebündelt. Die USA sind diesen Schritt gegangen, die EU-Kommission plant, die Einfuhren von russischem Gas bis Ende des Jahres um zwei Drittel zu reduzieren, berichtet das ZDF . Der Unterschied zwischen den USA und Europa: Amerika fördert selbst Öl und Gas und hat in 2021 rund 8 % seiner Ölimporte aus Russland bezogen. Deutschland importiert ein Drittel seines Öls aus Russland, beim Gas sind es 55 %. Unabhängig vom Ausgang des Krieges will sich Europa von fossilen Energieträgern verabschieden. Auch Privathaushalte werden stärker überlegen müssen, wie sie künftig heizen wollen.

Energiesparen jetzt! Viele Menschen beschäftigt, wie sich die Energiepreise mittel- und langfristig entwickeln werden. Ein wenig Erleichterung dürfte die Abschaffung der EEG-Umlage bringen, die diese Woche beschlossen wurde. Sie war ursprünglich für 2023 geplant und tritt nun im Juli in Kraft, berichtet das Handelsblatt. Wer jetzt baut oder über eine Sanierung nachdenkt, wird das Projekt neu rechnen müssen. Die Heiz- und Warmwasserkosten für eine 80 Quadratmeter große Wohnung liegen im Schnitt bei 1.200 Euro im Jahr, der Verein der Wohnungsbesitzerinnen und -besitzer Haus und Grund rechnet mindestens mit einer Preissteigerung von 100 %, schreibt die tz aus München. Laut Umfrage einer Bausparkasse sind 36 % der 2.000 befragten Immobilienbesitzerinnen und -besitzer in Sorge, ob sie die notwendigen Investitionen für eine energetische Sanierung aufbringen können. Hier ist Beratung wichtig, denn die Umfrage zeigt auch, dass viele Menschen die Fördermöglichkeiten nicht kennen. Deshalb lohnt es sich, immer wieder zu erklären, was über die KfW, die BAFA oder regionale Förderprogramme möglich ist. Hinzu kommt, dass mit den extrem gestiegenen Energiepreisen auch die Rechnung, ab wann sich eine Solaranlage oder eine verbesserte Dämmung auszahlen, neu aufgemacht werden kann.

Insolvenzen trotz voller Auftragsbücher. Im Baugewerbe gab es 2021 insgesamt 2.423 Insolvenzen, meldet das Statistische Bundesamt. Das sind 3,1 % weniger als im Vorjahr. Dass Bauunternehmen trotz der guten Auftragslage dennoch einen Spitzenplatz unter den Firmenpleiten einnehmen, liegt vor allem an Lieferengpässen. Kommt es zum Baustopp können Baufirmen den Ausfall nicht lange kompensieren, denn die Eigenkapitalquote liegt im Durchschnitt unter der anderer Branchen. Bei kleinen Unternehmen mit einem Umsatz bis 0,25 Millionen Euro, ist gut ein Drittel ohne Eigenkapital, hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vor einiger Zeit ermittelt. Wer besorgt ist, der kann dem Tipp des Bauherren-Schutzbundes folgen und vor der Auftragsvergabe eine Wirtschaftsauskunft einholen, beispielsweise bei der Schufa. 

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