Welche Neuigkeiten gibt es im April2022?

Erneut weniger (versicherte) Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle


Mutmaßlich bedingt durch die pandemiebedingten Einschränkungen und den Trend zum
Homeoffice, ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland 2021 auf ein Rekordtief
gesunken – zumindest was versicherte Fälle angeht. Wie der Versicherer-Gesamtverband GDV mitteilte, wurden rund 60.000 Einbrüche registriert, so wenige wie nie seit Einführung der Statistik 1998. 2015 hatten die Bundesbürger noch drei Mal so viele Fälle gemeldet. Neben der häufigeren Anwesenheit zu Hause hat laut GDV auch verbesserte Sicherheitstechnik zu dem Rückgang beigetragen, der seit 2015 kontinuierlich andauert.
Mit 44,5 Prozent weniger Einbrüchen gegenüber 2020 verzeichnete Bayern im vergangenen Jahr die erfreulichste Entwicklung. Auch in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gingen die Fallzahlen um rund 30 Prozent oder mehr zurück. Negativausreißer ist Mecklenburg-Vorpommern, wo knapp 18 Prozent mehr
Wohnungseinbrüche als 2020 reguliert wurden.
Auch bei den Fahrraddiebstählen wurde 2021 mit circa 125.000 Schadensfällen ein Tiefstwert
verzeichnet. Weiter angestiegen ist hingegen die durchschnittliche Schadenshöhe, die mit 860
Euro nun fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren beträgt. Ausschlaggebend dafür sind die
vielen hochwertigen E-Bikes und Designräder, die zunehmend die Radwege bevölkern. Achtung: Fahrraddiebstahl wird nur dann von der Hausratversicherung gedeckt, wenn das Diebesgut sich in einem verschlossenen Abstellraum, Keller oder Wohnraum befunden hat.


Deutsche Konzerne schütten 70 Milliarden Euro an Dividenden aus


War da was? Ungeachtet der Corona-Krise mit weitverbreiteter Kurzarbeit, Lockdowns und
Geschäftsschließungen gehen die deutschen Aktiengesellschaften bei den Dividenden für 2021 in die Vollen: Wie die Anlegerschutzvereinigung DSW und das Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule errechnet haben, schütten die Konzerne 70 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus, das sind satte 22 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019. Auf Dividendenebene sei die Pandemie damit „abgehakt“, heißt es in der Studie.
Der Löwenanteil entfällt mit über 50 Milliarden Euro auf die 40 DAX-Konzerne, die ihre
Dividenden gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent anheben. Insbesondere die Autohersteller
geben sich großzügig: Allein Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen überweisen fast 13
Milliarden Euro an ihre Shareholder, womit sie zu den Top Five im DAX gehören. Komplettiert werden diese von der Allianz (4,4 Milliarden) und von Siemens (3,4 Milliarden). Überflügelt werden die DAX-Platzhirsche indes noch – mit einer Dividende von 6,15 Milliarden Euro – von einer in keinem Index erfassten Reederei: Hapag-Lloyd.


Finanzielle Stabilität der Lebensversicherer trotz Corona-Krise gewachsen


Ende vergangenen Jahres konnten die deutschen Lebensversicherer nach vorläufigen
Schätzungen im Schnitt eine Solvenzquote von 450 Prozent ausweisen, gegenüber 380 Prozent im Vorjahr. Im Wesentlichen basiert die Steigerung zum einen auf höheren Zinsen, zum anderen auf einem Rückgang der Garantiezusagen. Dieser wiederum ist auf den Trend weg von der klassischen Lebensversicherung mit Garantiezins hin zu flexibleren Modellen ohne oder mit geringerer Garantie zurückzuführen. In den Werten spiegeln sich noch Übergangsregelungen wider; ohne sie steht eine Quote von rund 250 Prozent zu Buche, nach circa 200 Prozent Ende des Jahres 2020. Die Solvenzquote gibt Auskunft über die finanziellen Kapazitäten der Versicherer im Verhältnis zu ihren potenziellen Verpflichtungen. Ein Extrem-Krisenszenario, das statistisch alle 200 Jahre auftritt, würde eine Quote von 100 Prozent erfordern. Dass die Lebensversicherer durchschnittlich auf ein Mehrfaches kommen, unterstreicht ihre finanzielle Solidität und die Belastbarkeit ihrer Leistungszusagen.


5 Tipps, um sich vor Anlagebetrug zu schützen


Die Deutschen strömen in Scharen an die Kapitalmärkte, denn abseits davon lassen sich kaum
noch Renditen erzielen, die zumindest die Inflation ausgleichen. Doch mit dem Boom erlebt
auch die Anlagekriminalität ein Hoch, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aktuell warnt. Mit diesen fünf Tipps können sich Neueinsteiger gegen die schwarzen Schafe der Branche wappnen:
1. Die schnelle, risikolose Rendite gibt es nicht, denn grundsätzlich steigt das Risiko mit
den Gewinnaussichten. Auch wenn eine Zeitlang üppige Auszahlungen erfolgen,
basieren diese häufig auf einem Schneeballsystem – und damit auf Betrug.
2. Aktien, die nur wenige Cent kosten und daher hohes Wachstumspotenzial haben, sind
mit Vorsicht zu genießen. Oftmals sind die Informationspflichten nur marginal. Hypes,
etwa in sozialen Netzwerken, werden häufig künstlich geschürt und ebben schnell ab,
wenn ihre Initiatoren Kasse gemacht haben.
3. Zeitdruck sollte ein Alarmzeichen sein. „Nur noch heute verfügbar!“ und ähnliche
Aussagen sind oft ein Indiz für unseriöse Investitionen.
4. Gerade bei Anbietern, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, sollte Vorsicht walten und
genau geprüft werden, ob sie seriös sind, transparent informieren und verständliche
Verträge und Investitionsmodelle einbringen.
5. Lockanrufe ohne vorheriges Einverständnis („Cold Calling“) sind Finanzdienstleistern
nicht gestattet. Wenn dennoch am Telefon unerwartet Wertpapiere offeriert werden,
handelt es sich laut BaFin „mit hoher Wahrscheinlichkeit (um) Abzocke“.


Ampelkoalition will gesetzliche Rente stabil halten


Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat ein Rentenpaket angekündigt, mit dem das
Rentenniveau „weit über 2025 hinaus“ gesichert werden soll – und zwar bei 48 Prozent. Das
wird deshalb schwierig, weil ab Mitte des Jahrzehnts die geburtenstarken Jahrgänge in den
Ruhestand wechseln. Damit stehen immer weniger Beitragszahler immer mehr
Rentenempfängern gegenüber. Damit die Beiträge nicht explodieren, soll ein Kapitalstock gebildet werden. Dessen Höhe ist mit zehn Milliarden Euro im ersten Schritt, angesichts des jährlichen Rentenhaushalts von 340 Milliarden Euro, eher bescheiden. Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Gundula Roßbach kommentiert denn auch: „Klar ist, dass zehn Milliarden Euro ein Beitrag sind, der die Finanzierung der Rentenversicherung nur in einer kleinen Weise flankieren kann.“ Fazit: Private Vorsorge wird nach einem weiteren Rentenpaket nach wie vor unabdingbar bleiben, auch wenn die optimistischen Annahmen der Regierungskoalition – insbesondere eine hohe Erwerbsbeteiligung und deutlich steigende Löhne – sich als zutreffend erweisen sollten.

Kreditversicherer prognostiziert 11 Prozent mehr Firmenpleiten


In einer kürzlich vorgestellten Analyse rechnet einer der weltgrößten Kreditversicherer mit
deutlich steigenden Insolvenzzahlen in der deutschen Wirtschaft. Mit 11 Prozent soll der
Anstieg jedoch vergleichsweise moderat ausfallen – weltweit wird er auf mehr als 50 Prozent
taxiert. Als Hauptgründe werden die Ukraine-Krise, labile Lieferketten, hohe Rohstoffpreise und schwindendes Verbrauchervertrauen genannt. Zudem sind in vielen Ländern sowohl die Corona-Krisenunterstützung als auch Sonderregelungen ausgelaufen, die einen Insolvenzaufschub erlaubten. Durch Letztere konnten sich einige „Zombie-Unternehmen“ länger halten, als es ohne Pandemie möglich gewesen wäre.
Nach der Marktbereinigung in diesem Jahr wird für 2023 wieder mit der Rückkehr auf ein
normales Insolvenzzahlen-Niveau gerechnet. Die große Unbekannte in der Prognose-Gleichung ist der Krieg in der Ukraine, dessen Dauer und Auswirkungen nicht abschätzbar sind. Hinzu kommen schließlich auch die jüngst angestiegenen Covid-19-Infektionszahlen in China, die für wirtschaftliche Turbulenzen sorgen könnten.


4 von 5 Grundfähigkeitsversicherungen sind „ausgezeichnet“


Eine Grundfähigkeitsversicherung sichert essenzielle Fähigkeiten wie Gehen, Stehen, Gebrauch der Hände, Autofahren, Hören oder Sprechen ab. Büßt ein Versicherungsnehmer eine dieser Fähigkeiten durch Unfall oder Krankheit ein, wird eine monatliche Rente gezahlt. Damit ist die Police insbesondere für Erwerbstätige interessant, die sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) als Einkommensschutz nicht leisten können oder wollen oder die wegen Vorerkrankungen von den BU-Versicherern abgelehnt werden.
Im aktuellen „M&M-Rating Grundfähigkeit“ vom renommierten Ratingunternehmen Morgen & Morgen werden 112 Tarife und Tarifkombinationen zur Absicherung von Grundfähigkeiten, angeboten von 28 Lebensversicherern, unter die Lupe genommen. Ganze 92 der untersuchten Tarife stufen die Analysten als „ausgezeichnet“ ein (Bestnote, fünf Sterne). Darin spiegelt sich das hohe Bedingungsniveau der am Markt verfügbaren Tarife wider. Diese können sich in ihrer Ausgestaltung – und vor allem in den abgedeckten Grundfähigkeiten – jedoch signifikant unterscheiden, weshalb die Auswahl genau auf die individuellen Anforderungen und Ziele abgestimmt werden sollte.


Das Problem mit Nachhaltigkeits-Ratings


Nachhaltigkeit spielt für immer mehr Anleger eine wesentliche Rolle bei ihren
Investitionsentscheidungen. Verstärken dürfte sich der Trend, wenn ab August im Rahmen einer Anlageberatung die Nachhaltigkeitspräferenz der Kunden obligatorisch erfragt wird. Doch wie lassen sich wirklich nachhaltige Unternehmen von solchen unterscheiden, die bloß
Greenwashing betreiben, sich also einen grünen Anstrich verpassen?
ESG-Ratings versprechen hier Unterstützung. Das Kürzel steht für Umwelt (Environment),
Soziales und Unternehmensführung (Governance). Das derzeitige Ratingsystem hat allerdings
seine Tücken: Zum einen kommen verschiedene Anbieter zu stark konträren Ergebnissen für ein und dasselbe Unternehmen. Zum anderen haben große Firmen Wettbewerbsvorteile, weil sie den Aufwand für ein Rating – oder mehrere – leichter stemmen können. Denn die Beurteilung kostet nicht nur Geld, sondern erfordert auch umfangreiche Dokumentationsarbeit. Der Versicherer-Gesamtverband GDV fordert deshalb eine EU-weite Regulierung von ESG-Ratinganbietern, um die Markttransparenz zu erhöhen und nachhaltigen Investitionen mehr Entwicklungspotenzial zu verschaffen

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