Welche Neugikeiten gibt es im November 2021?

OriginalAutoersatzteile werden immer teurer und treiben die Reparaturpreise

Auf sichtbare Karosserieteile besitzen die Autohersteller ein Quasi-Monopol, denn hier gilt der
sogenannte Designschutz. Werkstätten dürfen also nur Originalteile kaufen, wenn Rückspiegel,
Motorhauben, Türen oder Kofferraumklappen ersetzt werden müssen. Das nutzen die
Produzenten zunehmend aus, wie der Versicherer-Gesamtverband GDV errechnet hat: Während
die allgemeine Inflation zwischen 2013 und 2021 bei 13 Prozent lag, verteuerten sich die
Original-Ersatzteile im selben Zeitraum um knapp 44 Prozent. Allein zwischen August 2020 und
August 2021 betrug der durchschnittliche Preisaufschlag 6 Prozent.

In der Folge steigen auch die Reparaturkosten und damit die Ausgaben der Kfz-Versicherer.
Diese mussten im vergangenen Jahr im Schnitt rund 3.100 Euro pro Pkw-Sachschaden
aufwenden, etwa 5 Prozent mehr als 2019. Seit 2013, als ein Schaden mit 2.400 Euro zu Buche
schlug, haben sich die durchschnittlichen Schadenskosten um 30 Prozent erhöht. Dennoch gibt
es noch immer günstige Kfz-Tarife – ein Wechsel ist noch bis zum 30. November möglich und
kann in vielen Fällen zu einer dreistelligen Ersparnis pro Jahr führen. Online-Vergleichsrechner
bilden dabei jeweils nur einen Ausschnitt des riesigen Tarifangebots ab.


Fast 500 Banken verlangen Negativzinsen

Die Welle nimmt immer mehr an Fahrt auf: Laut einer Auflistung des Onlineportals Biallo
erheben nunmehr 490 Banken in Deutschland Verwahrentgelte, also Negativzinsen auf das
Guthaben ihrer Kunden. Auch qualitativ verschärft sich die Lage: Die Freibeträge sinken
tendenziell, schon fünf Banken verwahren nur noch bis zu 5.000 Euro kostenfrei auf;
gleichzeitig steigt der zu entrichtende Zinssatz. Die Banken müssen ihrerseits fürs „Geldparken“
einen Einlagenzins von minus 0,5 Prozent an die Europäische Zentralbank leisten, den sie nun
zunehmend an ihre Kunden durchreichen.

Die Bundesbank prognostizierte kürzlich eine weitere Verschärfung dieser Preispolitik: „Banken
werden vermehrt Negativzinsen an Kunden weitergeben und Gebühren erhöhen müssen“, so
Vorstand Joachim Wuermeling. Damit wird es immer weniger ratsam, Erspartes auf einem
Bankkonto liegen zu lassen. Schon die Inflation nagt an der Kaufkraft. Bargeld unter dem
Kopfkissen zu horten stellt auch deshalb ebenfalls keine empfehlenswerte Alternative dar. Wie
das Geld sicher und profitabel angelegt werden kann, weiß Ihr Finanzberater oder Ihre
Finanzberaterin.


Warum sich ein Versicherungsabschluss vor Jahresende richtig lohnen kann


Zum 1. Januar 2022 sinkt der Höchstrechnungszins (Garantiezins) von 0,9 auf 0,25 Prozent. Das
betrifft vor allem Lebens- und Rentenversicherungen, deren klassische Variante mit fester
Verzinsung vor dem Aussterben steht. Auch die Riester-Rente ist in ihrer jetzigen Form mit
einem 0,25-prozentigen Garantiezins nicht mehr zukunftsfähig. Wer mit dem Abschluss einer
„Klassik-Lebensversicherung“ liebäugelt, sollte sich beeilen, denn auf lange Sicht ist der
Ergebnisunterschied zwischen einer 0,9- und einer 0,25-prozentigen Verzinsung enorm.

Auch andere Versicherungsgattungen werden in Mitleidenschaft gezogen: Die Prämien für
Berufsunfähigkeitspolicen werden infolge der Zinssenkung steigen, denn die Versicherer
müssen für die erwarteten Leistungsverpflichtungen Rücklagen bilden, die mit dem Garantiezins
verzinst werden. Sinkt dieser, muss ein höherer Anteil der Rücklagen direkt durch Beiträge
finanziert werden. Um den absehbar höheren Prämien zu entgehen, empfiehlt sich auch zum
Einkommensschutz ein Abschluss vor Jahresende. Risikolebensversicherungen sind zwar
ebenfalls tangiert, doch dürfte der Prämienaufschlag hier sehr überschaubar bleiben.


ImmobilienpreisBlasengefahr in Frankfurt und München


Kein anderer Metropolen-Immobilienmarkt weltweit ist derart überhitzt wie der in der
Bankenstadt Frankfurt am Main. Zu diesem Schluss kommen Analysten von UBS Global Wealth
Management, die Zahlen bis Mitte 2021 ausgewertet haben. In das Ergebnis fließen neben den
Immobilienpreisen Fundamentalfaktoren wie Wirtschafts-, Einkommens- und
Bevölkerungsentwicklung ein. Auch München gehört zu den fünf Metropolen weltweit mit dem
höchsten Blasenrisiko, neben Toronto, Hongkong und Zürich. An diesen Standorten sei das
„potenzielle Ausmaß einer Preiskorrektur“ am größten.

Im Durchschnitt der 25 analysierten Metropolen stiegen die Eigenheimpreise inflationsbereinigt
zwischen Mitte 2020 und Mitte 2021 um 6 Prozent, so viel wie seit 7 Jahren nicht mehr. Neben
den günstigen Finanzierungskonditionen führen die Studienautoren den Preissprung auch auf
die Lockdown-bedingt gewachsene Bedeutung der eigenen vier Wände zurück. Zudem hätten
höhere Sparquoten und die gut laufenden Börsen für zusätzliche Liquidität gesorgt.


SiebenMilliardenEuroLoch in der GKVKasse


Der kommende Bundesfinanzminister wird offenbar zu Beginn seiner Amtszeit gleich die
Schatulle öffnen und einen dicken Batzen entnehmen müssen: Sieben Milliarden Euro brauchen
die gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) zusätzlich, wenn sie ihre Beiträge einigermaßen
stabil halten wollen. So hat es der Schätzerkreis aus GKV-Spitzenverband, Bundesamt für
Soziale Sicherung und Bundesgesundheitsministerium errechnet.

Stabile Zusatzbeiträge sind nicht nur ein Wunsch der Krankenkassen, sondern auch ihre
gesetzliche Pflicht: Auf mehr als 1,3 Prozent darf der Aufschlag, den jede Kasse individuell
festlegt, 2022 im bundesweiten Durchschnitt nicht steigen. Der scheidende
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat dies kürzlich noch einmal bekräftigt.

Die Ausgaben werden laut Schätzerkreis-Prognose im kommenden Jahr auf circa 284 Milliarden
Euro klettern – in diesem Jahr wird mit 272 Milliarden gerechnet. Der Bundeszuschuss zum
sogenannten Gesundheitsfonds war für 2022 bereits um 7 Milliarden auf 21,5 Milliarden Euro
erhöht worden, nun wird er auf 28,5 Milliarden steigen müssen.

Wie die Anlagepolitik der Erstversicherer auf die Niedrigzinsen reagiert

Mehr als 1,5 Billionen Euro an Kapitalanlagen verwalten die deutschen Erstversicherer, ein
tragender Pfeiler der Volkswirtschaft. Angesichts der anhaltend niedrigen Leitzinsen im
Euroraum wird es indes zunehmend herausfordernder für die Gesellschaften, geeignete Assets
zu finden. Schließlich können sie die Gelder ihrer Kunden wegen ihrer hohen
Sicherheitsanforderungen nicht kurzerhand an der Börse investieren. Eine Kursänderung braucht
der Riesentanker dennoch, und sie wird auch zunehmend an Zahlen erkennbar, wie der
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt.

Seine jüngste Auswertung zeigt, dass der Anteil der Anleihen in den Versichererbeständen in
den vergangenen 10 Jahren von 88,7 auf 81,1 Prozent geschrumpft ist. Aktien hingegen legten
von 2,8 auf 5,1 Prozent zu, Beteiligungen von 3,6 auf 7,8 Prozent. Diese Verschiebungen muten
auf den ersten Blick nicht revolutionär an, doch wohlgemerkt: 1 Prozent steht (Stand 2020) für
15 Milliarden Euro und damit für beträchtliche Kapitalwerte.


Auch junge Menschen schätzen persönliche (Versicherungs)Beratung


Schon oft wurde der klassischen („analogen“) Versicherungsberatung der Untergang
vorausgesagt, seitdem die Menschen sich im Internet informieren und dort sogar auch gleich
abschließen können. Spätestens die sogenannten Digital Natives, die mit Smartphones und
Tablets aufgewachsen sind, würden keine Berater aus Fleisch und Blut mehr benötigen, hieß es.

Eine aktuelle Umfrage unter rund 1.000 Bundesbürgern im Alter von 18 bis 30 Jahren zeigt
dagegen: Auch die heutige Jugend legt Wert auf eine persönliche Beratung. Für 80 Prozent der
Befragten ist der persönliche Kontakt vor Versicherungsabschluss „sehr wichtig“ oder „eher
wichtig“. Mehr Bedeutung haben für die jungen Versicherungskunden nur das Preis-Leistungs-
Verhältnis (89 Prozent), gut verständliche Versicherungsbedingungen (86) und ein transparenter
Leistungsumfang (82).

Folgerichtig rangiert die Option „Ich frage einen Versicherungsvermittler“ bei der Frage nach
dem Vorgehen bei der Versicherungssuche mit 32 Prozent auch vor dem Online-
Angebotsvergleich auf den Versicherer-Websites (29) und der allgemeinen Internetrecherche
(28). Am meisten aber vertrauen die jungen Versicherungskunden auf Empfehlungen aus dem
Familien- und Freundeskreis (43 Prozent).

Verlockend, aber gefährlich: Nachrangdarlehen

Ein Anlageportfolio sollte bekanntlich breit diversifiziert sein, über Regionen ebenso wie über
Assetklassen. Ob in diesem Sinne auch Nachrangdarlehen bei Privatanlegern eingeschlossen
sein sollten, wird indes von so manchen Experten bezweifelt. Denn auch wenn die
versprochenen Verzinsungen meist sehr verlockend erscheinen: Ihnen steht das Risiko eines
Totalausfalls gegenüber.

Nachrangdarlehen sind vereinfacht gesagt Darlehen an Unternehmen, die auf diese Weise akute
Liquiditätsengpässe überbrücken oder spezifische Projekte finanzieren. Gegenüber anderen
Gläubigern stehen die Nachrangdarlehensgeber hintan, wenn es zur Unternehmenspleite
kommt – für sie bleibt dann in aller Regel nichts mehr aus der Insolvenzmasse übrig. Laufen die
Geschäfte andererseits gut, partizipieren Nachrangdarlehensgeber nicht von einem steigenden
Unternehmenswert, sondern erhalten lediglich die Kreditzinsen. Vergleicht man solche
Konditionen mit denen des Aktienbesitzes, erscheint dieser mit seinem Chancen-Risiko-
Verhältnis deutlich förderlicher für gesunden Anlegerschlaf.

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